Haidhof

ist ein Ortsteil der im oberfränkischen Landkreis Forchheim gelegenen Stadt Gräfenberg
Es liegt 530 m ü.NN in der schönen Fränkischen Schweiz.

650 Jahre Haidhof

1364

1535



1792






1868


1893


1911

1978

1986

1990-2014

1995

2014
Haidhof - Hof auf der Heide (waltlos unbebaute Ebene) erstmalig urkundlich erwähnt.

Im Auftrag des Markgrafen erwirbt der Amtmann Muffel von Thuisbrunn den Haidhof mit Schäferei vom Bamberger Fürstbischof.
Die Urkunde mit dem Wortlaut "Wie der Haidhoff im AmbtTuißbrunn vererbt ist" beschreibt diesen Kaufvertrag.

Die gesamte Markgrafschaft Bayreuth Ansbach und somit auch Thuisbrunn mit seinem Ortsteil Haidhof kommt zum Königreich Preußen.

Das Kanzleiinspektor Gottfried Koeppel schreibt bei seiner Bestandsaufnahme "Haidhof hat 6 Feuerstellen, 6 Scheunen, 57 Tagwerk Feld, 4 Tagwerk Wiesen und 46/8 Tagwerk Holz. Dazu gehören 6 Mannschaften (Anm. Familien), einen Leinenweber, einen Maurergesell, einen Schäfer."

In einer Pfarrbeschreibung steht "Haidhof mit 12 Wohnhäusern liegt gegen Abend auf einer wasserarmen Anhöhe den Winden und sich wiederholenden Hagelwettern ausgesetzt. Der Weg ziemlich schlecht, im Winter beschwerlich."

Gründung einer eigenen Feuerwehr "Freiwillige Feuerwehr Haidhof" - für den Brandschutz eine wichtige Entscheidung. Auch für die Dorfkultur in Haidhof war und ist die Feuerwehr prägend, denn nahezu jeder Haushalt ist aktiv vertreten.

Mit dem Beitritt zum Trinkwasserzweckverband Kasberg kommt für Haidhof das köstliche Nass erstmals aus der Leitung.

Mit der Gemeindegebietsreform wird die Gemeinde Thuisbrunn mit Ortsteil Haidhof nach Gräfenberg eingemeindet.

Gründung der ersten Frauenfeuerwehrgruppe im Landkreis Forchheim

Flurneuordnung Thuisbrunn-Haidhof mit dazugehöriger Dorferneuerung

Bau eines neuen Feuerwehrhauses mit großer Eigenleistung.

Heute zählt Haidhof 32 Häuser und 95 Einwohner. Gegen den allgemeinen demografischen Trend im ländlichen Bereich hat sich Haidhof mit der Ansiedlung junger Familien, dem Schloßberghotel und einem mittelständigen Metallbearbeitungsbetrieb positiv entwickelt.

Die Hülle

Hüllen oder Hüllweiher sind Kulturdenkmäler aus einer Zeit in der es auf den trockenen Hochflächen der Fränkischen Schweiz noch keine Versorgung über Wasserleitungen gab. Quellen und Fließgewässer fehlten vollständig. Niederschläge (Regen, Schnee) versickerten im verkarsteten Untergrund. Vor allem für Viehtränken und den Feuerschutz wurden natürliche Dolinen ("Tal", "Sinkhöhlen") und von Hand angelegte Hüllweiher, die mit Ton verdichtet wurden, genutzt.

Hüllen waren in unserer Gegend weit verbreitet, wie u.a. die Ortsnamen Egloffsteiner Hüll, Gräfenberger Hüll aussagen.

In Haidhof existierten 2 Hüllen (vor uns die Obere Hüll). Sie wurden mit großer Beteiligung der Haidhöfer unter Anleitung des damaligen Kreisfachberaters für Gartenbau, Ernst Deutsch im Jahre 1992 saniert und renaturiert.

Bis zum Bau der Wasserleitung durch die Kasberg Gruppe im Jahr 1911 mussten die Haidhöfer für ihren täglichen Trinkwasserbedarf über den Brunnenweg zur Quelle am Hang nach Oberehrenbach laufen und mit Butten das Wasser heimtragen.

Haidhofer Schlossberg

Nördlich der Ortschaft erhebt sich der Haidhofer Schloßberg (ca. 569 m ü. NN).
Früher stand auf dessen Südostsporn die Burg Schloßberg (560,1 m ü. NN),
von der noch wenige Mauerfragmente erhalten sind.

Heutzutage befindet sich dort der Aussichtspunkt "Burgstein"
mit Blick auf die südliche Fränkische Schweiz.

Geschichte der Burg

Es gibt über die abgegangene Burg selbst keine urkundlichen Nachweise, auch ihr Name ist nicht bekannt. Der Nürnberger Burgenforscher Hellmut Kunstmann datiert ihre Erbauung in die zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts, verfallen ist sie wohl schon im frühen 13. Jahrhundert. Sie lag an einer mittelalterlichen Altstraße, die von Eggolsheim über Weilersbach, Kirchehrenbach, Leutenbach und Ortspitz an der Burg vorbeiführte, dann weiter nach Haidhof, Thuisbrunn und Dörnhof verlief und in die Straße am Trubachtal einmündete.
Eine indirekte Erwähnung der Burg gibt es in der Gelegenhait der landschaft mitsampt den furten und helltten darinnen, einer Geländerkundung der Reichsstadt Nürnberg vor dem Landshuter Erbfolgekrieg von 1504/05, dort heißt es: ein Halt, also eine Verteidigungsmöglichkeit, an der Flöß genannt.[3]
Die Burg stand im Gelände einer vorgeschichtlichen Befestigung, vermutlich einer Höhensiedlung der Urnenfelderzeit, der späten Hallstattzeit oder der frühen La-Tène-Zeit.[4] Von ihr ist westlich der abgegangenen Burg noch ein Abschnittswall mit Außengraben zu sehen.
Beschreibung

Die ehemalige Burg stand auf einem teilweise nur zwei Meter schmalen, aber 130 Meter langen Felskamm, der erst 30 Meter in West-Ost-Richtung verläuft und dann nach Südosten umbiegt. Die Südseite fällt als steiler Hang ab, die gesamte Nordseite fällt als senkrechte Felswand etwa zehn Meter tief ab.
Vor dem Burggelände ist eine zwei bis drei Meter tiefe und sieben Meter breite Grube zu sehen, aus ihr wurde wohl Baumaterial für die Burg gewonnen.
Das etwas höher liegende Gelände der Burg wurde durch einen vermutlich unfertig gebliebenen Halsgraben, in den Stufen führen, vom Bergsporn getrennt. Der Graben verläuft von Norden nach Süden und endet nach etwa zwei Dritteln der Breite des Bergspornes, das restliche Drittel ist vermutlich noch in natürlichem Zustand. Er ist vier Meter tief und ebenso breit. Eine ähnliche Situation besteht im Ahorntal bei dem Burgstall auf dem Kandelberg bei Körzendorf. Auch dort wurde der Halsgraben, allerdings von beiden Seiten, begonnen. In der Mitte des Bergrückens wurde ein befahrbarer Rest stehen gelassen, er diente wohl zum besseren Transport des Baumaterials auf die Burgenbaustelle. Zwischen dem Graben und der Burg ist noch ein Absatz zu sehen, der wohl als Zwinger diente.
Im Nordteil des Halsgrabens der Burg bei Haidhof wurde ein Felsturm stehen gelassen (Bild 2). Der manchmal als Opferstein bezeichnete Fels hatte die Funktion eines Brückenpfeilers. Bis zu ihm gab es wohl eine feste Brückenkonstruktion, nach dem Pfeiler führte eine schräg aufwärts führende Zugbrücke zum Burgeingang.
Am Zugang zur Burg, etwa 5,5 Meter nach dem Graben, ist im bewaldeten Gelände der Grundriss eines quadratischen Gebäudes mit einer Seitenlänge von circa 12 Metern zu sehen. Die Mauerstärke betrug nach Kunstmann etwa einen Meter. Die Südhälfte des Gebäudes wahr wohl unterkellert, was durch die senkrecht abgearbeiteten Felsen erkennbar ist. Der Burgweg führte über die Brücke und dann nördlich an dem wohl turmartigen Gebäude vorbei in die Vorburg. Der letzte größere erhaltene Mauerrest befindet sich in einem Felsspalt auf der Nordseite der Vorburg (Bild 1). Die drei Meter hohe Futtermauer besteht noch aus fünf Lagen behauener Steinquader, die bis zu 50 Zentimeter breit sind.
Auf dem restlichen Gelände der Vorburg sind außer einer künstlichen Felsbearbeitung keine weiteren Gebäudespuren zu sehen. Die Vorburg wird von einem drei bis vier Meter tiefen und drei Meter breiten zweiten Halsgraben von der Hauptburg getrennt. Er wird von einem Holzsteg überbrückt, dort ist wohl eine zweite ehemalige Zugbrücke zu vermuten. Gleich nach dem Abschnittsgraben weisen Felsbearbeitungen auf ein Torhaus hin. Etwas weiter sind die abgerutschten Mauerreste eines etwa fünf Meter breiten abgegangenen Gebäudes zu sehen.
Der letzte Burgabschnitt an der Spitze des Bergspornes besteht aus einem 5 mal 12 Meter großen Plateau, auf dem keinerlei Mauerspuren mehr zu sehen sind und das als Aussichtspunkt dient